Institut für Populäre Kulturen

Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien

Der Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien ist seit 2009 institutionell an zwei Orten angesiedelt: am Institut für Populäre Kulturen und am Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM , Assoziiertes Institut der Universität Zürich.

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Betreut wird der Schwerpunkt von Ingrid Tomkowiak, Leiterin der Abteilung Populäre Literaturen und Medien am Institut für Populäre Kulturen sowie Vorsitzende der Geschäftsleitung und Forschungsleiterin am SIKJM.
Der Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien geht von einem weiten Begriff von Kinder- und Jugendmedien aus. Verstanden werden darunter schriftbasierte, bildbasierte und audiovisuelle Produkte in unterschiedlichen Text-Bild-Ton-Kombinationen und Medien. Gegenstand sind spezifische oder intentionale Kinder- und Jugendmedien in Vergangenheit und Gegenwart, aber auch darüber hinaus von Kindern und Jugendlichen Rezipiertes und Produziertes sowie die damit verbundenen Praxen. Berücksichtigung findet damit auch das, was von Kindern und Jugendlichen wie von Erwachsenen rezipiert wird und mit Crossover- bzw. All Age- bezeichnet wird.
Kinder- und Jugendmedien werden als System verstanden, kulturelle Kontexte ihrer Produktion, Distribution und Rezeption werden bei der Analyse mit in Betracht gezogen. Kinder- und Jugendmedien sind in verschiedene Diskurse eingebunden, sie werden im Hinblick auf ihre Deutungsangebote und Bedeutungszuschreibungen untersucht.

Lehrveranstaltungen
Tagungen, Vorträge, Veranstaltungen
Drittmittelprojekte
Weitere Forschungsprojekte
Lizenziatsarbeiten
Neuere Publikationen aus dem Schwerpunkt (Auswahl)
Ausstellungen

Lehrveranstaltungen

Kinder- und Jugendmedien gehören zu den kontinuierlich – aber nicht zwingend in jedem Semester – angebotenen Gegenständen im Rahmen des Studienprogramms "Populäre Kulturen". Details finden sich jeweils im Vorlesungsverzeichnis der Universität.

Tagungen, Vorträge, Veranstaltungen

Vergangene Veranstaltungen

Drittmittelprojekte

SNF-Projekt: Übergänge und Entgrenzungen. Welt, Wissen und Identität in fantastischer (Kinder- und Jugend-)Literatur und ihren Verfilmungen

Beginn der Förderung: 1. März 2011
Projektleitung: Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak
Projektmitarbeiterinnen: Christine Lötscher, Petra Schrackmann, Aleta-Amirée von Holzen
Virulente kulturelle und gesellschaftliche Diskurse werden auch in populären Kinder- und Jugendmedien geführt. Insbesondere die derzeit generationenübergreifend boomende fantastische Kinder- und Jugendliteratur und ihre Verfilmungen sind Schauplatz von Verhandlungen. Übergänge und Entgrenzungen in Bezug auf Welt, Wissen und Identität spielen dabei auf verschiedenen Ebenen und in vielfältiger wechselseitiger Beeinflussung eine zentrale Rolle. Inszeniert werden Übergänge zwischen naturgesetzlich-„realistischen“ Welten und fantastischen Universen, die sich bis zur Entgrenzung in Multiversen steigern können.
Die Grenzen zwischen Buch- und Erfahrungswissen, Schul- und sozialem Wissen, Herrschafts- und okkultem Wissen werden unterlaufen und aufgelöst. Übergänge und Grenzauflösungen lassen sich auch bei der Identitätskonstruktion, -findung und Entwicklung von Figuren beobachten. Die fiktionalen Welten, das Wissen, das in diesen und über diese Welten vermittelt und erfahren wird, und die Figuren, die sich in diesen Welten bewegen und dafür das genannte Wissen benötigen, verschränken sich in vielfältiger Weise. Entworfen werden hybride Zonen der Autonomie, die gelesen werden können als Gegenentwürfe zum herkömmlich vermittelten Verständnis von Welt, von Wissen und von Identität. Die fantastischen Elemente dienen dabei der Sichtbarmachung gesellschaftlicher Diskurse und der Ausgestaltung komplexer physischer und psychischer Prozesse sowie abstrakter Denkfiguren.
Die Thematisierung und Gestaltung von Weltentwürfen und Weltenwechseln, der Topos des magischen Buchs im Buch sowie Heldenfiguren, die durch eine Maske eine multiple Identität erhalten, bilden die drei Fokussierungspunkte des Projekts.

Weitere Informationen

Weitere Forschungsprojekte

Macarena García: Origin narratives for children of different ethnic backgrounds. Discourses of difference in children’s literature published in Spain, 1990-2010

Children’s literature provides an excellent source for inquiring into the discourses of ethnic difference and into the processes of identity formation in a world shaped by global migration. In the last decade a growing number of children's books dealing with life in a multicultural and multiracial society have been published. Among them, we find numerous books written for internationally-adopted children, their siblings and/or playmates, which may be described as ‘origin narratives for adoptees’, meant to provide them with a narrative that functions as a building block for their (racialized) identity construction. These books differ from the less-defined group of books which portray children from immigrant families and are meant to educate a broader audience on diversity and multiculturality. The comparing analysis of adoption narratives with narratives about immigration sheds light on contemporary discourses on ethnic difference and uncovers how a celebratory multiculturalism often hides similar essentialist and racist attitudes as the ones it tries to counteract. The research is focused on Spain, a country that provides an interesting case study to contemporary discourses on immigration, multiculturality and ethnic difference: it has the second highest immigration rate within the EU —after Cyprus—, and the second highest absolute net immigration —to the USA— in the World, while it is also an emblematic receiving country for the much more silent, though massive, migratory movement of adopted children.

Helene Mühlestein: Verhandlungen um Kindheit. Kindheit in Schweizer Kinder- und Jugendliteratur, 1918–1945

Zwischen 1918 und 1945 erlebte die deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur der Schweiz eine Blütezeit. Die landeseigene Buchproduktion wurde aus Gründen der politischen Abgrenzung gegen Deutschland in diesem Zeitraum massiv gefördert, was auch eine Zunahme spezifisch schweizerischer Kinder- und Jugendbücher bewirkte. Diese Zunahme der Kinder- und Jugendbuchproduktion fiel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der Konzeptualisierung eines Kindheitsideals zusammen, das sich nach dem Ersten Weltkrieg definitiv durchsetzte. Kindheit wurde nun als eigenständige Lebensphase verstanden, die zur Vorbereitung und Entwicklung auf das Erwachsenenleben diente. Damit verbunden war die Vorstellung einer glücklichen und geschützten Kindheit, die nun allen Kindern zugestanden werden sollte. Die Umsetzung eines solchen Ideals ging einher mit einer Institutionalisierung eines Kindheitskonzeptes, das durch die Herausbildung des Sozialstaates sowie neuen pädagogischen und wissenschaftlichen Ansätzen konstituiert wurde. Kinder- und Jugendliteratur ist Teil dieser Institutionalisierung von Kindheit. Sie kann als kulturelle Ausdrucksform von zeitgenössischen Kindheitsvorstellungen verstanden werden, die bis heute wirksam sind. Kinder- und Jugendliteratur vermittelt durch das Medium Buch Bilder von Kindern und Kindheiten und gestaltet somit die Konzeptionalisierung von Kindheit aktiv mit. Diese Imaginationen und Konstruktionen von Kindheitsbildern stehen nicht in einem luftleeren Raum, sondern sind durch gesellschaftliche Diskurse beeinflusst und in einen spezifischen historischen Kontext eingebettet. Die Etablierung einer «Geistigen Landesverteidigung» im Untersuchungszeitraum wirkte sich vermutlich ebenso auf die Kindheitsbilder in Schweizer Kinder- und Jugendliteratur aus wie die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert vorherrschende Tendenz in Kinder- und Jugendliteratur, die kindliche Alltagswelt mehr in den Vordergrund zu rücken. Das Dissertationsprojekt fragt nach der Konzeption von Kindheit in der schweizerischen Kinder- und Jugendliteratur zwischen 1918 und 1945: welche Imaginationen und Konstruktionen von Kindheit, Kindern und kindlichen Lebenswelten werden über Kinder- und Jugendliteratur in der deutschsprachigen Schweiz zwischen 1918 und 1945 transformiert und auf welche Weise? Und in welcher Beziehung stehen sie zu zeitgenössischen gesellschaftlichen, pädagogischen und wissenschaftlichen Diskursen?
Kontakt: helenemuehlestein@access.uzh.ch

Gerda Wurzenberger: Schulhausromane oder: Die Welt und sich selber in Worte fassen. Kulturwissenschaftliche Analyse eines Literatur-Experiments mit Jugendlichen aus bildungsfernem Umfeld

Gerda Wurzenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin des SIKJM, beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit den kulturtheoretisch zu deutenden Auswirkungen (literarischen) Schreibens von Jugendlichen aus einem bildungsfernen Umfeld.
Im Projekt "Schulhausroman" (2005-2011, initiiert vom Schriftsteller Richard Reich) schreiben Jugendliche aus bildungsfernem Umfeld zusammen mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern Geschichten. Sie machen das zwar im Rahmen des Unterrichts, doch geht es im Projekt um die Erfahrung des Schreibens als einer Tätigkeit jenseits konkreter pädagogischer Ziele. Das Ziel ist vielmehr, dass die Jugendlichen die kulturelle Bedeutung der eigenen (kollektiven) Autorenschaft quasi am eigenen Leib erfahren, dass sie erkennen, wie es sich anfühlt, "die Welt und sich selber in Worte zu fassen". Eine wichtige Voraussetzung für diese Erfahrungen ist, dass die Texte in einem regelrechten Medienverbund öffentlich zugänglich sind: im Internet, als gedruckte Romanhefte, als Hörbuch und im Rahmen von Veranstaltungen an Orten "legitimer" Kultur (wie etwa Literaturhäuser).
Gerda Wurzenberger beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem Projekt Schulhausroman - und mit dessen publizierten Ergebnissen. Es geht dabei nicht nur darum, die entstandenen Texte zu analysieren, sondern das Projekt auch kulturtheoretisch zu positionieren, also in einen im weitesten Sinne gesellschaftlichen Kontext zu stellen.
Kontakt: gerda.wurzenberger@sikjm.ch

Lizenziatsarbeiten

Neuere Publikationen aus dem Schwerpunkt (Auswahl)

Ausstellungen

Aktuelles und Zukünftiges

Archiv

Schriftzug

Zeitschrift für Kinder- und Jugendmedienforschung

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Titelbild

Von allen Dingen. Religion im zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuch

Eine Tagung des Instituts für kirchliche Weiterbildung IFOK, Universität Luzern, und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM.
Universität Luzern, 6. Juni 2012.

Übergänge und Entgrenzungen in der Fantastik

3. Konferenz der Gesellschaft für Fantastikforschung GFF, Universität Zürich, 13. bis 16. September 2012.

Weitere Informationen
Cover

Publikation

Ingrid Tomkowiak (Hg.):
Perspektiven der Kinder- und Jugendmedienforschung.
Zürich: Chronos 2011
(Beiträge zur Kinder- und Jugend-medienforschung. Herausgegeben vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM, Band 1)
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